St. Peter und Paul | Karlsruhe - Mühlburg | Seelsorgeheinheit - West - Nord

Zur Geschichte der Gemeinde und Pfarrkirche St. Peter und Paul, Mühlburg

Der Ort Mühlburg, der zunächst katholisch geprägt war, wurde durch den Religionswechsel der Markgrafen Baden-Durlach lutherisch. Erst ab 1670, als Mühlburg zur Stadt erhoben wurde, wurden die Katholiken in Mühlburg wieder geduldet, die Erbauung einer eigenen Kirche war ihnen jedoch nicht gestattet. Alle katholischen Kinder gingen zur evangelisch-lutherischen Schule; Taufen, Trauungen und Begräbnisse der Katholiken mussten ebenfalls von evangelischen Geistlichen besorgt werden. Im Jahre 1804 wurde es den katholischen Christen erlaubt in Karlsruhe eine Stadtpfarrei zu errichten und 1805 übertrug das „Großherzogliche Geheime Ratskollegium“ die Seelsorge der Mühlburger Katholi-ken dem damaligen katholischen Stadtpfarrer Huber in Karlsruhe für dessen Person und Dienstzeit auf Widerruf.

1867 machte erstmals ein gewählter Stiftungsrat der Mühlburger Katholiken eine Eingabe an die Kirchenbehörde mit der Bitte um Errichtung einer eigenen Pfarrkirche. Die Eingabe zur Errichtung wurde stattgegeben. Mit erzbischöflicher Ermächtigung vollzog am 29. Juni 1884 Dekan Benz die Weihe zur Grundsteinlegung der Mühlburger Pfarrkirche. Im gleichen Jahr wurde mit dem Kirchenbau begonnen und zwei Jahre später waren Kirche und Pfarrhaus errichtet. Am 16. Dezember 1886 wurde die Kuratie Sankt Peter und Paul errichtet. Am 9. Mai 1889 wurde die Peter-und-Pauls-Kirche durch Erzbischof Johann Christian Roos konsekriert. Um den Seelsorgeverhältnissen die letzte Festigung zu geben, war die Errichtung der Pfarrei notwendig geworden. Durch Erlass des Erzbischofs Thomas Nörber vom 5. März 1899 erhielt die Kirche St. Peter und Paul in Mühlburg die offizielle Bezeichnung: „Stadtpfarrei Karlsruhe Mühlburg, ad Sanctos Apostolos Petrum er Paulum“

Das einschneidende Ereignis in der Pfarrgeschichte geschah am 4. Dezember 1944. An diesem Tag wurden bei einem Fliegerangriff die Pfarrkirche und das angrenzende Pfarrhaus zerstört, wie auch eine Vielzahl von Wohnhäusern in ganz Mühlburg. Über das Ausmaß der Zerstörung berichtete Prof. Heinrich Kuhngamberger: „Am Ende des Abendgottesdienstes gab die Sirene Vollalarm an, Pfarrer Kreischer beendete den Gottesdienst, nahm das Allerheiligste mit in den Luftschutzkeller, wo er zusammen mit seinen Mitbrüdern den Tod fand.“ Nach dem Angriff war das Pfarrhaus vollständig zerstört, die Peter-und-Pauls-Kirche stand in Flammen. Von der Kirche blieben die Türme mit der Fassade stehen, sowie ein Teil der seitlichen Umfassungswände mit der Chrorapsis.

Der Abschnitt des Wiederaufbaues ist eng mit dem Wirken von Pfarrer Carl Degler verknüpft. Aus Mangel an Material und Facharbeitern konnte die Ruine der Pfarrkirche vorerst noch nicht aufgebaut werden. Bis 1955 diente eine Notkirche den Gläubigen als Gottesdienstort. Diese Notkirche stand bis 1966 auf dem Platz des heutigen Gemeindezentrums. Am ersten Adventssonntag, dem 28. November 1955, erlebte die Peter-und-Pauls-Gemeinde die Konsekration der neu erbauten Kirche. Bischof Augustin Olbert SVS vollzog die Weihe. In der Weiheurkunde, unterzeichnet von Erzbischof Eugen Seiterich, wurde die vollzogene Weihe bestätigt und dem Schutz der Heiligen Apostel Petrus und Pauls, sowie des seligen Markgrafen Bernhard von Baden und des heiligen Papstes Pius X. anvertraut.

Die Kirche als Bauwerk ist nicht nur der Ort, wo christliche Gemeinde sich zu Gebet und Feier der Eucharistie versammelt, sie ist auch ein sichtbares Zeichen für den Glauben und die Hoffnung der Gemeindeglieder.

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1 Quelle: Hundert Jahre Pfarrei Sankt Peter und Paul Mühlburg * 1886/1986
2 Ebd.: S. 16 f
 

Pfarrkirche
D00575k

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